Dachsam
Marder erkennen

Wie kommt der Marder ins Dach? Zugänge und Aufstiegshilfen

Stand: 07.10.2026 · 4 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Wo kommt der Marder ins Dach?

Ein Steinmarder braucht nur eine Öffnung von etwa 4,5 bis 5 Zentimetern Durchmesser. Typische Zugänge sind lose oder hochgedrückte Dachziegel, Löcher im Dachkasten, Lüftungsöffnungen, Mauerlöcher und undichte Dachfenster, aufs Dach gelangt er über Fallrohre, raue Hausecken, Bäume, Fassadenbewuchs und Anbauten. Welcher Weg es bei Ihrem Haus ist, zeigen erst die Spuren außen und innen.

Es poltert nachts über dem Schlafzimmer, und tagsüber stehen Sie im Garten und schauen auf Ihr Dach. Die Ziegel liegen ordentlich, ein Loch ist nirgends zu sehen, und trotzdem ist da oben ein Tier.

Dieser Beitrag zeigt, welche Öffnungen einem Marder reichen, wo sie typischerweise liegen und wie er überhaupt hinaufkommt. Ob überhaupt ein Marder im Spiel ist, klärt der Beitrag Marder im Dach erkennen.

Wie klein darf eine Öffnung sein, damit ein Marder durchpasst?

Kleiner, als die meisten erwarten. Nach Angaben des NABU Berlin reichen einem Steinmarderweibchen Einstiegslöcher ab etwa 4,5 Zentimetern Durchmesser, einem Männchen ab etwa 5 Zentimetern. Das ist ungefähr der Durchmesser eines Hühnereis.

Laut Berliner Senatsverwaltung reicht auch ein Dachziegel, den der Marder hochdrücken kann. Ein Dach, das von unten dicht aussieht, kann also trotzdem einen Zugang haben. Der Steinmarder ist dafür schlank gebaut: Der NABU Berlin nennt eine Schulterhöhe von nur 12 Zentimetern.

Welche Stellen am Dach sind typische Zugänge?

Überall dort, wo das Dach an andere Bauteile anschließt oder wo es Öffnungen für Luft gibt. Die Quellen nennen lose Ziegel, Löcher im Dachkasten, verbogene Verkleidungen, Belüftungsschlitze, Schornsteine, Mauerlöcher und defekte Dachfenster. Der NABU Berlin fasst es so zusammen: Marderprobleme im Haus sind meist Dachprobleme.

Bereich Möglicher Zugang Woran Sie es von außen erkennen
Traufe, die untere Dachkante Lücken im Dachkasten, verbogene Verkleidung Spalt zur Mauer, abstehende Bretter, Haare an der Kante
Dachfläche lose, verrutschte oder hochgedrückte Ziegel Ziegel, der nicht in der Reihe liegt, Kratzspuren
Ortgang, der seitliche Rand am Giebel verbogene oder fehlende Verkleidung ungleichmäßige Kante, sichtbarer Hohlraum
Lüftung Belüftungsschlitze ohne festes Gitter fehlendes oder eingedrücktes Gitter
Schornstein, Dachfenster, Luken Anschlüsse ohne feste Abdeckung, undichte Rahmen Lücken an Einfassung oder Rahmen
Mauerwerk unter dem Dach Mauerlöcher Verfärbungen und Kratzspuren am Loch

Vom Garten aus sehen Sie nur einen Teil davon. Mit einem Fernglas können Sie Traufe und Ortgang absuchen, ohne auf eine Leiter zu steigen.

Wie gelangt ein Marder überhaupt aufs Dach?

Er klettert oder springt. Der NABU Berlin nennt Anbauten, Hausecken, Fallrohre, Bäume, Büsche und Fassadenberankung als Wege aufs Dach. Laut Berliner Senatsverwaltung springen Marder auch vom Nachbarhaus oder von einem Baum, nach Angaben des Deutschen Jagdverbands bis zu 3 Meter weit aus dem Stand.

In einer Untersuchung der Luxemburger Forstverwaltung wurden Steinmarder mit Sendern verfolgt. Sie kletterten meist an einer rauen Hausecke hoch und stiegen dann über das Ablaufrohr aufs Dach. Raue Ecke plus Fallrohr ist also eine typische Route.

Manches lässt sich entschärfen. Für Fallrohre nennen der NABU Berlin und die Stadt Würzburg glatte Blechabdeckungen von mindestens 1 mal 1 Meter an der Hauswand darüber. Bäume und Bewuchs am Dach können eingekürzt werden, laut Stadt Würzburg unter Beachtung des Naturschutzrechts und einer örtlichen Baumschutzverordnung. Den Verschluss der Öffnungen ersetzt das nicht, mehr dazu im Beitrag Marderschutz am Dach.

Wie findet man den Zugang, den der Marder wirklich nutzt?

Über Spuren, außen und innen. Kratzspuren an Hausecken, Verfärbungen an Wänden durch Erde im Fell und Haare an engen Stellen zeigen nach Angaben des NABU Berlin, wo ein Marder regelmäßig läuft. Die Öffnung liegt meist dort, wo die Spuren enden.

Von innen helfen Laufwege über die Dämmung, Kotplätze und Lichtspalten, mehr dazu unter Marderkot erkennen. Ein Haus hat selten nur eine Schwachstelle. Deshalb werden beim Schadencheck Dach, Dachboden und Fassade zusammen betrachtet und jede Stelle mit Foto festgehalten.

Warum reicht es nicht, nur das eine Loch zuzumachen?

Weil Marder kräftig sind, ihr Revier schnell neu besetzt wird und ein eingesperrtes Tier mehr zerstört als vorher. Deshalb werden alle festgestellten Zugänge verschlossen, mit Material, das einem Marder standhält, und erst dann, wenn kein Tier mehr im Dach ist.

Das Material muss halten. Kaninchendraht und Traufgitter aus Kunststoff halten Steinmarder laut NABU Berlin nicht ab, Bauschaum ist keine dauerhafte Lösung und kann der Dachbelüftung schaden. Steinmarder zerbeißen dünne Drähte und verbiegen Bleche.

Das Revier bleibt begehrt. Ein frei gewordenes Revier wird rasch von einem anderen Marder besetzt. Ein Dach mit offenem Zugang bleibt ein Quartier, auch wenn das bisherige Tier fort ist.

Kein Tier darf eingesperrt werden. Ein eingesperrter Marder richtet nach Angaben des NABU Berlin beim Befreien größere Schäden an. Die Berliner Senatsverwaltung rät zudem, Marder von März bis Juni nicht auszusperren, weil sonst eine Mutter von ihren Jungen getrennt werden kann. Mehr dazu unter Marder im Jahresverlauf.

Daraus folgt eine feste Reihenfolge: Zugang feststellen, Ursache beseitigen, die Vergrämung übernimmt der Fachbetrieb. Erst wenn kein Tier mehr im Dach ist, werden alle festgestellten Zugänge fachgerecht verschlossen und Aufstiegshilfen entschärft. Das übernimmt der Marderschutz, ausgeführt von Dachdeckern.

Häufige Fragen

Wie klein darf ein Loch sein, damit ein Marder durchpasst?

Nach Angaben des NABU Berlin reichen einem Weibchen Einstiegslöcher ab etwa 4,5 Zentimetern Durchmesser, einem Männchen ab etwa 5 Zentimetern. Auch ein Dachziegel, den der Marder hochdrücken kann, genügt laut Berliner Senatsverwaltung als Zugang.

Kann ein Marder am Fallrohr hochklettern?

Ja. Fallrohre nennen Behörden und Naturschutzverbände regelmäßig als Kletterhilfe. In einer Studie der Luxemburger Forstverwaltung kletterten Marder meist an einer rauen Hausecke hoch und stiegen dann über das Ablaufrohr aufs Dach.

Hilft es, Bäume am Haus zurückzuschneiden?

Es kann helfen, wenn Äste bis ans Dach reichen. Der Deutsche Jagdverband gibt aber an, dass ein Steinmarder bis zu 3 Meter weit aus dem Stand springen kann, dann bleibt laut Berliner Senatsverwaltung nur, die Öffnungen am Dach zu verschließen. Vor einem Rückschnitt sind die Regeln des Naturschutzes und einer örtlichen Baumschutzsatzung zu beachten.

Kann ich den Zugang einfach selbst verschließen?

Davon ist abzuraten, solange nicht sicher ist, dass kein Tier mehr im Dach ist. Ein eingesperrter Marder versucht sich mit aller Kraft zu befreien und richtet dabei größere Schäden an. Deshalb wird erst die Ursache beseitigt, die Vergrämung übernimmt der Fachbetrieb, und danach werden alle festgestellten Zugänge fachgerecht verschlossen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder das Gesundheitsamt, bei rechtlichen Fragen an eine Anwältin oder einen Anwalt.

Quellen

  1. Steinmarder in Berlin, NABU Landesverband Berlin e.V., abgerufen am 07.10.2026
  2. Wildtiere im Stadtgebiet: Der Steinmarder, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, bereitgestellt vom Umweltbundesamt, abgerufen am 07.10.2026
  3. Steinmarder in Luxemburg, Forstverwaltung Luxemburg, abgerufen am 07.10.2026
  4. Steinmarder in der Stadt: Lebensweise und Konfliktlösung, Stadt Würzburg, abgerufen am 07.10.2026
  5. Wilde Wohngemeinschaften: Wildtiere in der Stadt und ihre Folgen, Deutscher Jagdverband e.V., abgerufen am 07.10.2026

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von Niklas Hölscher.

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