Dachsam
Marder erkennen

Marderkot erkennen: Aussehen, Abgrenzung und Entfernung

Stand: 07.10.2026 · 4 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Wie sieht Marderkot aus, und wer entfernt ihn?

Marderkot ist wurstförmig, etwa 8 bis 10 Zentimeter lang und endet in einer gedrehten Spitze, oft mit Haaren, Federn oder Obstkernen darin. Marder setzen ihn immer wieder an denselben Stellen ab. Fassen Sie ihn nicht selbst an: Entfernung, Reinigung und Desinfektion sind Teil der Sanierung durch einen Fachbetrieb, und liegt der Kot in der Dämmung, muss diese meist mit raus.

Sie holen im Herbst die Kisten vom Dachboden und sehen neben der Luke kleine, dunkle Würstchen auf der Dämmung, an einem Ende spitz zugedreht, in einem stecken Kirschkerne. Dazu riecht es an dieser Stelle streng.

Dieser Beitrag zeigt, woran Sie Marderkot erkennen, wie er sich von Ratten- und Mäusekot unterscheidet, wer ihn entfernt und wann die Dämmung mit raus muss.

Wie sieht Marderkot aus?

Marderkot ist länglich und wurstförmig, etwa 8 bis 10 Zentimeter lang, 1 bis 2 Zentimeter dick und endet in einer gedrehten Spitze. Oft erkennen Sie darin Haare, Federn oder Obstkerne. So beschreiben ihn der NABU Berlin und die Berliner Senatsverwaltung übereinstimmend.

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg nennt etwas kleinere Maße, 5 bis 10 Zentimeter Länge, korkenzieherartig verdreht. Wichtiger als die genaue Zahl ist das Gesamtbild: ein schlanker, gedrehter Strang mit sichtbaren Resten der Nahrung.

Kerne sind dabei typisch. Nach Angaben des NABU Berlin kann süßes Obst wie Kirschen oder Pflaumen im Sommer und frühen Herbst bis zu 50 Prozent der Nahrung ausmachen.

Woran unterscheiden Sie Marderkot von Ratten- und Mäusekot?

Vor allem an der Größe: Marderkot ist um ein Vielfaches länger als der Kot von Ratten und Mäusen. Dazu kommt die Verteilung. Marder nutzen feste Kotplätze, Nager verteilen ihren Kot eher entlang der Laufwege.

Tier Form Länge Wo er liegt
Steinmarder wurstförmig, gedrehte Spitze, mit Haaren, Federn oder Kernen etwa 8 bis 10 cm gehäuft an festen Kotplätzen
Wanderratte spindelförmig 2 bis 3 cm zusammenliegend
Hausratte bananenförmig 1 bis 2 cm verstreut
Hausmaus samenförmig bis etwa 8 mm verstreut auf Laufwegen
Rotfuchs an einem Ende spitz oder gedreht etwa 3 bis 10 cm an erhöhten Stellen im Freien

Quellen der Werte: Bundesamt für Umwelt der Schweiz, NABU Berlin, Berliner Senatsverwaltung und Forstliche Versuchsanstalt Baden-Württemberg.

Auch die Menge sagt etwas. Eine Ratte setzt nach Angaben des Bundesamts für Umwelt täglich rund 40 Kotballen ab, eine Maus 60 bis 100. Viele kleine Körnchen über die Fläche verteilt sprechen für Nager, mehr dazu unter Mäuse in Dach oder Dämmung.

Schwieriger ist die Abgrenzung zur Katze. Hier helfen Pfotenabdrücke im Staub: etwa katzengroß, beim Steinmarder aber mit 5 Zehen und sichtbaren Krallen. Welche Geräusche zu welchem Tier passen, steht unter Marder, Ratte oder Maus.

Wo finden Sie Marderkot im Haus?

Meist an wenigen, immer gleichen Stellen auf dem Dachboden. Steinmarder richten in ihren Quartieren sogenannte Latrinen ein, also feste Kotplätze, und daneben eine eigene Stelle für Beutereste wie Federn, Knochen oder Eierschalen.

Typische Orte sind ruhige Ecken der Geschossdecke, Bereiche nahe der Dachschräge und Stellen auf der Dämmung. Riecht es über einer bestimmten Stelle der Decke, lohnt sich dort ein Blick. Liegt der Platz in einer Abseite hinter dem Kniestock, bleibt es ohne Begehung bei einem Verdacht.

Marder markieren ihr Revier mit Kot, Urin und Drüsensekret. Laut NABU Berlin ist diese Duftspur für andere Marder noch wochen- bis monatelang wahrnehmbar, auch wenn das Tier fort ist. Alle Anzeichen im Überblick finden Sie im Beitrag Marder im Dach erkennen.

Wer entfernt den Kot, und wann muss die Dämmung mit raus?

Das übernimmt ein Fachbetrieb als Teil der Sanierung. Fassen Sie Kot, Urin, Nistmaterial und verschmutzte Dämmung nicht selbst an, kehren oder saugen Sie nichts auf und betreten Sie den Dachboden möglichst nicht. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder das Gesundheitsamt.

Entfernt wird erst, wenn die Ursache beseitigt ist und kein Tier mehr im Dach ist, sonst entsteht bald ein neuer Kotplatz. Dann werden Kot, Nistmaterial und verschmutzte Dämmung ausgebaut, der Dachraum gereinigt und desinfiziert und neue Dämmung eingebaut. Den Ablauf beschreibt die Seite Marderschaden-Sanierung.

Die Dämmung muss mit raus, wenn der Kot direkt auf ihr liegt und sie zerwühlt, plattgelegen oder mit Urin durchsetzt ist. Urin zieht ins Material ein und ist von oben kaum zu sehen. Liegt der Kot dagegen auf Brett, Folie oder Estrich, reicht oft eine Reinigung. Mehr dazu unter Dämmung vom Marder zerstört.

Was sollten Sie nach dem Fund als Nächstes tun?

Halten Sie fest, was Sie gefunden haben, und lassen Sie klären, wo das Tier hineinkommt. Der Kot zeigt, dass ein Marder da war, aber nicht, ob er noch da ist und durch welche Öffnung er kommt.

Ein eingesperrter Marder versucht sich nach Angaben des NABU Berlin mit aller Kraft zu befreien und richtet dabei größere Schäden an. Deshalb werden Zugänge erst verschlossen, wenn sicher kein Tier mehr im Dach ist. Wo Marder typischerweise hineinkommen, zeigt der Beitrag Wie kommt der Marder ins Dach?.

  • Fotografieren Sie Kotplatz, Beutereste und beschädigte Dämmung mit Datum, ohne etwas zu verschieben.
  • Notieren Sie, wann Sie Geräusche hören und über welchem Raum.
  • Halten Sie die Luke zum Dachboden geschlossen.
  • Lassen Sie Leitungen in der Nähe von Kotplätzen prüfen, wenn Sie Bissspuren sehen.

Beim Schadencheck wird das Dach von innen und außen begangen, jede Fundstelle mit Foto festgehalten, und Sie bekommen einen schriftlichen Befund. Darin steht auch, ob die Dämmung an den Kotplätzen getauscht werden muss.

Häufige Fragen

Wer entfernt Marderkot vom Dachboden?

Das übernimmt ein Fachbetrieb als Teil der Sanierung. Fassen Sie Kot, Urin, Nistmaterial und verschmutzte Dämmung nicht selbst an, kehren oder saugen Sie nichts auf und betreten Sie den Dachboden möglichst nicht. Fotografieren Sie den Kotplatz mit Datum, das reicht bis zur Begehung.

Reicht es, nur den sichtbaren Kot wegzunehmen?

Meist nicht. Urin zieht in die Dämmung ein, und die Duftmarken sind nach Angaben des NABU Berlin für andere Marder noch Wochen bis Monate wahrnehmbar. Deshalb werden bei der Sanierung auch verschmutzte Dämmung und Nistmaterial ausgebaut, und der Dachraum wird gereinigt und desinfiziert.

Woran erkenne ich, ob der Kot frisch ist?

Für Nagerkot nennt das Schweizer Bundesamt für Umwelt ein einfaches Merkmal: frischer Kot ist weich und glänzend. Bei Marderkot hilft ein zweiter Blick nach einigen Tagen. Kommt an derselben Stelle neuer Kot hinzu, wird der Platz noch genutzt.

Muss nach Marderkot immer die Dämmung erneuert werden?

Nein, nicht immer. Liegt der Kot auf einer Folie oder einem Brett und ist die Dämmung darunter trocken und unbeschädigt, reicht oft eine gründliche Reinigung durch den Fachbetrieb. Ist die Dämmung zerwühlt, plattgedrückt oder mit Urin durchsetzt, muss sie an dieser Stelle getauscht werden, das klärt die Begehung vor Ort.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder das Gesundheitsamt, bei rechtlichen Fragen an eine Anwältin oder einen Anwalt.

Quellen

  1. Steinmarder in Berlin, NABU Landesverband Berlin e.V., abgerufen am 07.10.2026
  2. Wildtiere im Stadtgebiet: Der Steinmarder, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, bereitgestellt vom Umweltbundesamt, abgerufen am 07.10.2026
  3. Mehr als ein Haufen: Was Kot verrät, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (waldwissen.net), abgerufen am 07.10.2026
  4. Ratten und Mäuse, Bundesamt für Umwelt BAFU, Schweiz, abgerufen am 07.10.2026

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von Niklas Hölscher.

Auch interessant

Ersteinschätzung starten