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Marder im Dach: Kammerjäger oder Dachdecker?

Stand: 07.10.2026 · 5 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Wer hilft bei Marder im Dach, Kammerjäger oder Dachdecker?

Bei einem Marder im Dach brauchen Sie in der Regel beides: eine Fachkraft, die klärt, welches Tier es ist und ob noch eines im Dach ist, und einen Dachdecker, der die Zugänge verschließt und Dämmung und Unterspannbahn instand setzt. Ein Schädlingsbekämpfer ist vor allem für Ratten, Mäuse und Insekten da, Marder nennt sein Berufsverband nicht als Arbeitsfeld. Der eigentliche Schaden liegt fast immer am Dach, und das ist das Handwerk des Dachdeckers.

Kurz nach Mitternacht poltert es wieder über der Schlafzimmerdecke. Am nächsten Morgen finden Sie 2 Lager: Kammerjäger, die schreiben, der Marder sei ein Fall für sie, und Dachdecker, die schreiben, der Schaden gehöre aufs Dach.

Beide haben teilweise recht. Dieser Vergleich zeigt, was die beiden Berufe gelernt haben, wofür sie zuständig sind und wann Sie mit dem einen oder dem anderen besser fahren.

Was haben Schädlingsbekämpfer und Dachdecker gelernt?

Beide Berufe haben eine Ausbildung von 3 Jahren, aber mit ganz anderem Schwerpunkt. Der Schädlingsbekämpfer lernt, Befall festzustellen und zu bekämpfen, der Dachdecker lernt Dachdeckung, Unterdeckungen und Dämmung.

Schädlingsbekämpfer, umgangssprachlich Kammerjäger, ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, die Prüfungen nimmt die Industrie- und Handelskammer ab. Der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband nennt als Arbeitsfeld seiner Mitglieder vor allem Insekten, Ratten, Mäuse und verwilderte Stadttauben. Der Marder steht in dieser Aufzählung nicht. Der Verband weist außerdem darauf hin, dass die Berufsbezeichnung nicht reglementiert ist und sich jeder so nennen kann.

Dachdecker ist ein zulassungspflichtiges Handwerk nach Anlage A Nr. 4 der Handwerksordnung. Zur Ausbildung gehören nach der Dachdeckerausbildungsverordnung Dachdeckungen, Unterdächer, Unterdeckungen und Unterspannungen sowie der Einbau von Dämmschichten. Genau diese Bauteile trifft ein Marder: Er schiebt Ziegel hoch, reißt die Unterspannbahn auf und zerwühlt die Dämmung. Für das Tier selbst ist ein Dachdecker nicht ausgebildet.

Wer ist für den Marder selbst zuständig?

Für das Tier ist keiner der beiden Berufe allein zuständig. Steinmarder gehören nach Angaben des NABU Berlin zu den wild lebenden, herrenlosen Tierarten. Fangen und Töten ist nicht Sache von Eigentümern.

Was bleibt, ist der Umgang mit der Ursache: Das Tier soll das Dach verlassen und nicht wieder hineinkommen. Nach dem NABU Berlin lassen sich Steinmarder weder durch Duftstoffe, Geräusche oder Licht noch durch Ultraschallgeräte dauerhaft vertreiben. Entscheidend ist der Verschluss der Zugänge, und der ist Bauarbeit. Der NABU fasst es so zusammen: Marderprobleme im Haus sind meist Dachprobleme, und die Dachreparatur sollte durch erfahrene Dachdecker erfolgen.

Eine Rolle für den Schädlingsbekämpfer gibt es trotzdem. Nach dem NABU Berlin kann er helfen, ein Tier sicher zu bestimmen, wenn unklar ist, ob es ein Marder, eine Ratte, eine Maus oder eine Katze ist. Wie Sie das selbst eingrenzen, steht im Beitrag Marder im Dach: Anzeichen und erste Schritte.

Schädlingsbekämpfer und Dachdecker im Vergleich: Wo liegen die Unterschiede?

Der Schädlingsbekämpfer ist für den Befall zuständig, der Dachdecker für das Gebäude. Bei Nagern und Insekten ohne Bauschaden reicht oft der Schädlingsbekämpfer allein, bei einem Marder im Dach kommt am Dachdecker kaum jemand vorbei.

Kriterium Schädlingsbekämpfer (Kammerjäger) Dachdecker
Rechtlicher Rahmen Staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, Prüfung bei der IHK; die Berufsbezeichnung ist nicht reglementiert Zulassungspflichtiges Handwerk nach Anlage A Nr. 4 der Handwerksordnung
Ausbildungsdauer 3 Jahre 3 Jahre
Schwerpunkt Befall feststellen und bekämpfen, Umgang mit Gefahrstoffen und Bekämpfungsmitteln Dachdeckung, Abdichtung, Unterdeckungen, Dämmschichten
Typische Tiere Ratten, Mäuse, Schaben, Fliegen, Wespen, Stadttauben Keine, Arbeit am Bauteil
Marder im Dach erkennen Kann helfen, das Tier zu bestimmen Erkennt Zugänge und Schäden am Dach
Zugänge am Dach verschließen Nicht Gegenstand der Ausbildung Kernaufgabe
Dämmung und Unterspannbahn instand setzen Nicht Gegenstand der Ausbildung Gehört zum Handwerk
Ratten aus dem Kanal Kernaufgabe, auch in Abwassereinrichtungen Nicht zuständig

Wann ist der Schädlingsbekämpfer die bessere Wahl?

Immer dann, wenn das Problem der Befall ist und nicht ein Loch im Dach. Das gilt vor allem für Ratten, Mäuse und Insekten, für Betriebe mit Lebensmitteln und für akuten Befall ohne Schaden am Gebäude. In diesen Fällen ist der Schädlingsbekämpfer nicht die zweite Wahl, sondern die richtige.

Ratten aus dem Kanal oder im Keller. Wanderratten leben nach Angaben des Umweltbundesamtes vor allem in Kanalisation, Kellern und an Orten mit Lebensmitteln und kommen durch Löcher mit nur 2 Zentimetern Durchmesser. Das Umweltbundesamt empfiehlt, spätestens bei größerem Befall das Gesundheitsamt oder einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu fragen. In Hamburg muss der Eigentümer auf privatem Grund unverzüglich für eine Bekämpfung sorgen und kann dafür gewerbliche Schädlingsbekämpfer beauftragen.

Akuter Befall ohne Bauschaden. Mäuse in der Küche, ein Wespennest am Rollladenkasten, Schaben in der Wohnung: Hier gibt es meist nichts am Dach zu reparieren.

Lebensmittelbetriebe, Gastronomie, Heime und Kliniken. Diese Einrichtungen nennt der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband ausdrücklich als Einsatzorte seiner Mitglieder.

Mehr zu Nagern im Gebäude steht im Beitrag Ratten im Haus und auf der Seite Ratten und Mäuse.

Warum braucht es bei Marder im Dach meist beides?

Weil ein Marderschaden aus 2 Teilen besteht: dem Tier, das das Dach verlassen muss, und dem Bauschaden, der danach bleibt. Wer nur das Loch zumacht, sperrt womöglich ein Tier ein, und das richtet nach dem NABU Berlin beim Versuch, sich zu befreien, größere Schäden an. Wer nur vertreibt, lässt den Zugang offen, und ein gestörter Marder kehrt nach derselben Quelle häufig in sein Quartier zurück.

Die Reihenfolge entscheidet:

  1. Feststellen: Welches Tier, wo ist der Zugang, was ist beschädigt?
  2. Ursache beseitigen: Die Vergrämung übernimmt der Fachbetrieb.
  3. Verschließen: Erst wenn kein Tier mehr im Dach ist und nicht während der Jungenaufzucht, die der NABU Berlin von März bis Juli ansetzt.
  4. Sanieren: Dämmung ersetzen, Unterspannbahn instand setzen, reinigen, verbissene Leitungen durch eine Elektrofachkraft prüfen lassen.
  5. Kontrollieren: Achten, ob an anderer Stelle neue Spuren auftauchen.

Ohne Bündelung stimmen Sie mehrere Betriebe selbst ab. Dachsam bündelt diese Schritte in einem Auftrag, Dach und Dämmung übernehmen Dachdecker, Reinigung und Elektrik Fachbetriebe. Alle festgestellten Zugänge werden fachgerecht verschlossen. Wie ein Dach danach dicht bleibt, beschreibt der Beitrag Marderschutz am Dach.

Der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband warnt vor Vermittlungsagenturen, die Aufträge an Subunternehmen ohne nötige Sachkunde weitergeben. Fragen Sie deshalb jeden Betrieb nach Sitz und Impressum und ob vor dem Verschluss geklärt wird, ob noch ein Tier im Dach ist. Der erste Schritt bei Dachsam ist der Schadencheck vor Ort, was danach passiert, beschreibt die Seite Marderschaden-Sanierung.

Häufige Fragen

Kümmert sich ein Kammerjäger auch um Marder?

Marder gehören nicht zu den Tieren, die der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband als Arbeitsfeld seiner Mitglieder nennt. Fangen und Töten ist nicht Sache von Eigentümern. Ein Schädlingsbekämpfer kann nach Angaben des NABU Berlin aber helfen festzustellen, welches Tier im Dach lebt.

Repariert ein Dachdecker auch die Dämmung?

Ja. Nach der Ausbildungsverordnung gehört es zum Dachdeckerhandwerk, Dämmschichten in belüfteten und nicht belüfteten Dachkonstruktionen auszuwählen und einzubauen und Unterdeckungen und Unterspannungen herzustellen. Zerwühlte Dämmung und eine aufgerissene Unterspannbahn sind damit typische Dachdeckerarbeit.

Wen rufe ich bei Ratten im Keller an?

In erster Linie einen Schädlingsbekämpfer. Das Umweltbundesamt empfiehlt, spätestens bei größerem Rattenbefall das Gesundheitsamt oder einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu fragen. In Hamburg muss der Eigentümer auf privatem Grund unverzüglich für eine Bekämpfung sorgen. Kommen die Tiere durch eine Lücke im Gebäude, wird diese danach baulich verschlossen.

Reicht es, wenn der Dachdecker einfach alle Löcher zumacht?

Nicht, solange noch ein Tier im Dach ist. Ein eingesperrter Marder versucht nach Angaben des NABU Berlin mit aller Kraft, sich zu befreien, und richtet dabei größere Schäden an, und in der Zeit der Jungenaufzucht wären Jungtiere von der Mutter getrennt. Deshalb wird erst die Ursache beseitigt, und verschlossen wird, wenn kein Tier mehr im Dach ist.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder das Gesundheitsamt, bei rechtlichen Fragen an eine Anwältin oder einen Anwalt.

Quellen

  1. Verordnung über die Berufsausbildung zum Schädlingsbekämpfer/zur Schädlingsbekämpferin, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 07.10.2026
  2. Schädlingsbekämpfer / Schädlingsbekämpferin, IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, abgerufen am 07.10.2026
  3. Berufsfelder, Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband e.V. (DSV), abgerufen am 07.10.2026
  4. So schützen Sie sich als Verbraucher, Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband e.V. (DSV), abgerufen am 07.10.2026
  5. Handwerksordnung, Anlage A: Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 07.10.2026
  6. Verordnung über die Berufsausbildung zum Dachdecker und zur Dachdeckerin (DachAusbV), Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 07.10.2026
  7. Steinmarder in Berlin, NABU Landesverband Berlin e.V., abgerufen am 07.10.2026
  8. Wanderratte, Umweltbundesamt, abgerufen am 07.10.2026
  9. Ratten melden, Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Institut für Hygiene und Umwelt, abgerufen am 07.10.2026

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von Niklas Hölscher.

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