Dachsam
Marder erkennen

Geräusche im Dach nachts: Marder, Ratte oder Maus?

Stand: 07.10.2026 · 4 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Marder, Ratte oder Maus: Woran unterscheide ich die Geräusche und Spuren?

Ein Marder poltert, rennt und keckert vor allem nachts und hinterlässt 8 bis 10 cm lange Kotwürste an festen Stellen. Ratten und Mäuse kratzen, trippeln und nagen leiser, oft schon abends in Wänden und Zwischendecken, ihr Kot ist mit bis etwa 8 mm (Maus) oder 1 bis 3 cm (Wanderratte) deutlich kleiner. Das Geräusch allein reicht für eine sichere Bestimmung selten aus, Klarheit bringen Kot, Spuren und eine Begehung vor Ort.

Sie liegen im Bett, das Licht ist gerade aus, und über der Decke kratzt etwas. Mal klingt es wie feines Trippeln, mal wie ein dumpfes Rumpeln. Ob da ein Marder, eine Ratte oder eine Maus unterwegs ist, entscheidet darüber, wer helfen kann und wie viel am Haus kaputt sein könnte.

Dieser Vergleich zeigt die Unterschiede an Geräusch, Uhrzeit, Kot und Spuren. Er sagt auch, wo die Grenzen liegen: Vom Bett aus lässt sich das Tier oft nicht sicher bestimmen.

Woran unterscheiden Sie Marder, Ratte und Maus am schnellsten?

Am schnellsten an der Lautstärke und am Kot. Ein Marder poltert und rennt und hinterlässt 8 bis 10 cm lange Kotwürste an festen Stellen. Ratten und Mäuse kratzen, trippeln und nagen leiser, ihr Kot ist deutlich kleiner und liegt eher verstreut.

Merkmal Steinmarder Ratte Maus
Größe Kopf-Rumpf 42 bis 49 cm, 1,3 bis 2,3 kg Hausratte bis 24 cm und 250 g, Wanderratte 19 bis 30 cm und bis 500 g Etwa 10 cm ohne Schwanz, um die 30 g
Uhrzeit Aufbruch am Abend, Rückkehr in den frühen Morgenstunden Meistens im Dunkeln aktiv Nacht- bis dämmerungsaktiv, oft schon abends
Geräusch Poltern, Rennen, Keckern, Fauchen, zur Paarungszeit schrilles Kreischen Laufen, Kratzen, Nagen Feines Trippeln, Kratzen, Nagen in Wänden und Zwischendecken
Kot Wurstförmig, 8 bis 10 cm, gedrehte Spitze, an festen Stellen 1 bis 3 cm (Wanderratte), 1 bis 2 cm (Hausratte) Samenförmig, bis etwa 8 mm, verstreut
Weitere Spuren Katzengroße Abdrücke mit 5 Zehen, Beutereste, zerwühlte Dämmung Nagespuren mit Rillen im Abstand von etwa 4 mm, Schmierspuren Nagespuren mit Rillen im Abstand von 1 bis 2 mm, Schmierspuren
Kleinste Öffnung Ab 4,5 cm (Weibchen) bis 5 cm (Männchen) Wanderratte ab 2 cm Bleistiftdick

Quellen der Werte: NABU Berlin, Umweltbundesamt, Landratsamt Landsberg am Lech, Stadt Bern und Bundesamt für Umwelt der Schweiz.

Wie klingen Marder, Ratte und Maus im Dach?

Ein Marder klingt schwer und hektisch, Ratten deutlich leiser, Mäuse fein und gleichmäßig. Den Unterschied macht vor allem das Gewicht: Ein Steinmarder wiegt nach Angaben des NABU Berlin 1,3 bis 2,3 kg, eine Hausmaus nach dem Merkblatt der Stadt Bern um die 30 g.

Marder. Typisch sind Poltern, Rennen und Rumpeln über den ganzen Dachboden, dazu Keckern, Knurren und Fauchen. Zur Paarungszeit kommt ein schrilles Kreischen hinzu, das viele für einen Katzenkampf halten. Besonders laut wird es mit Jungtieren im Dach, die ab der 9. Lebenswoche das Wurfnest verlassen.

Ratten. Man hört Laufen, Kratzen und Nagen, oft entlang von Wänden und in Hohlräumen. Die Hausratte lebt nach Angaben des Landratsamts Landsberg am Lech meist in oberen Stockwerken und auf Dachböden. Die Wanderratte lebt eher im Keller, ist laut Umweltbundesamt aber ein ausgezeichneter Kletterer. Mehr dazu im Beitrag Ratten im Haus: Anzeichen und Zugänge.

Mäuse. Ein leises Trippeln, Rascheln und Kratzen, dazu Nagen über längere Zeit. Mäuse leben laut Stadt Bern unter anderem in Zwischenböden und Zwischenwänden. Was dann zu tun ist, steht unter Mäuse in der Dämmung.

Was verraten Uhrzeit und Kot?

Poltern am späten Abend und wieder gegen Morgen, mit Ruhe dazwischen, passt zum Marder. Gleichmäßiges Kratzen über viele Stunden, oft ab der Dämmerung, passt eher zu Nagern. Der Kot bestätigt den Eindruck: groß und an festen Stellen beim Marder, klein und verstreut bei Ratte und Maus.

Marder gehen nach Angaben des NABU Berlin abends auf Nahrungssuche und kehren in den frühen Morgenstunden zurück. Eine Ausnahme sind Paarung und Jungenaufzucht: Dann sind sie hochaktiv und auch tagsüber zu sehen. Die Berliner Senatsverwaltung nennt April bis September als Zeit, in der Lärmstörungen durch Marder besonders häufig sind.

Marderkot ist 1 bis 2 cm dick und enthält oft Haare, Federn oder Obstkerne. Mäusekot beschreibt das Bundesamt für Umwelt der Schweiz als samenförmig und verstreut. Wie Sie Marderkot abgrenzen, zeigt der Beitrag Marderkot erkennen.

Warum lässt sich das Tier ohne Begehung oft nicht sicher bestimmen?

Weil Decken und Hohlräume Geräusche verändern, weil mehrere Tierarten gleichzeitig im Haus sein können und weil die entscheidenden Spuren oft dort liegen, wo Sie nicht hinkommen. Erst der Blick auf Kot, Dämmung und Zugänge vor Ort macht die Bestimmung belastbar.

Eine Maus in der Zwischendecke über dem Bett kann lauter wirken als ein Marder im Spitzboden. Der NABU Berlin nennt außerdem Waschbären und Katzen als Tiere, die mit einem Marder verwechselt werden.

Beim Schadencheck werden Dach, Dachboden und Fassade angesehen und Spuren mit Fotos festgehalten. Ist es ein Marder, geht es mit Vergrämung und Verschluss weiter, wie auf der Seite Marderschutz beschrieben. Sind es Nager, finden Sie die nächsten Schritte unter Ratten und Mäuse.

Was tun Sie, bis jemand nachsieht?

Dokumentieren Sie, was Sie hören und sehen, und lassen Sie alles andere, wie es ist. Notieren Sie Nächte, Uhrzeiten und Räume und fotografieren Sie Kot und Spuren mit einem Gegenstand zum Größenvergleich.

Fassen Sie Kot, Urin, Nistmaterial und verschmutzte Dämmung nicht an, die Reinigung ist Teil der Sanierung eines Marderschadens. Verschließen Sie keine Öffnungen auf Verdacht: Ein eingeschlossener Marder richtet neue Schäden an, und von März bis Juli können Jungtiere zurückbleiben. Zugänge werden erst verschlossen, wenn kein Tier mehr im Dach ist.

Welche Schritte als Nächstes anstehen, steht im Beitrag Marder im Dach: Anzeichen und erste Schritte.

Häufige Fragen

Können Ratten auf dem Dachboden leben?

Ja. Die Hausratte lebt nach Angaben des Landratsamts Landsberg am Lech in Gebäuden meist in den oberen Stockwerken und auf Dachböden. Auch die Wanderratte ist laut Umweltbundesamt ein ausgezeichneter Kletterer, auch wenn sie meist in Kellern und in der Kanalisation vorkommt.

Warum höre ich das Kratzen nur in der Wand und nicht auf dem Dachboden?

Leises Kratzen in Wänden und Zwischendecken passt eher zu Mäusen oder Ratten, die sich in Hohlräumen bewegen. Das Bundesamt für Umwelt der Schweiz nennt abendliche Lauf- und Kratzgeräusche in Zwischenwänden als typisches Zeichen für Nager. Einer Maus reicht nach derselben Quelle eine bleistiftdicke Öffnung, um ins Gebäude zu kommen.

Ist es schlimm, wenn die Geräusche plötzlich aufhören?

Stille heißt nicht, dass das Tier fort ist. Marder nutzen nach Angaben des NABU Berlin mehrere Schlafplätze in ihrem Revier und wechseln sie zum Teil täglich. Solange der Zugang offen ist, kann das Tier oder ein anderes jederzeit wiederkommen.

Kann ich selbst feststellen, welches Tier es ist?

Kot, Pfotenabdrücke, Nagespuren und Geruch geben gute Hinweise, eine sichere Bestimmung gelingt ohne Begehung aber oft nicht. Fotografieren Sie Spuren mit einem Gegenstand zum Größenvergleich und notieren Sie, wann und wo Sie etwas hören. Kot und verschmutzte Dämmung fassen Sie dabei nicht an.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder das Gesundheitsamt, bei rechtlichen Fragen an eine Anwältin oder einen Anwalt.

Quellen

  1. Steinmarder in Berlin, NABU Landesverband Berlin e.V., Stand Oktober 2021, abgerufen am 07.10.2026
  2. Wildtiere im Stadtgebiet: Der Steinmarder, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, 4. Auflage Oktober 2010, bereitgestellt vom Umweltbundesamt, abgerufen am 07.10.2026
  3. Ratten und Mäuse, Bundesamt für Umwelt BAFU (Schweiz), abgerufen am 07.10.2026
  4. Wanderratte, Umweltbundesamt, abgerufen am 07.10.2026
  5. Merkblatt zur Bekämpfung von Ratten, Landratsamt Landsberg am Lech, Stand April 2026, abgerufen am 07.10.2026
  6. Merkblatt Haus- und Waldmaus, Stadt Bern, Fachstelle Gesundheit und Wohnen, Ausgabe 03.2022, abgerufen am 07.10.2026

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von Niklas Hölscher.

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