Dachsam
Ratten und Mäuse

Ratten im Haus: Anzeichen erkennen und Zugänge finden

Stand: 07.10.2026 · 4 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Woran erkenne ich Ratten im Haus, und wo kommen sie herein?

Typische Anzeichen sind schwarzer Kot von etwa 12 bis 20 mm Länge, speckige Schmierspuren an Wänden und Löcher von 5 bis 10 cm Durchmesser, oft neben Fallrohren oder Kanaldeckeln. Ins Haus kommen Wanderratten häufig über Kellerfenster und defekte Kanalanschlüsse, schon Öffnungen von 2 cm reichen ihnen. Bei akutem Befall ist zuerst ein Schädlingsbekämpfer gefragt, danach werden die Zugänge verschlossen und Schäden am Gebäude behoben.

Morgens liegen im Heizungskeller ein paar schwarze Krümel neben der Wand. An der Kellertreppe zieht sich ein dunkler, speckiger Streifen entlang, und im Beet neben dem Regenfallrohr ist ein rundes Loch aufgetaucht. Einzeln wirkt jedes Zeichen harmlos, zusammen sprechen sie deutlich für Ratten.

Woran erkennen Sie Ratten im Haus?

Ratten verraten sich vor allem durch Kot, Laufspuren, Nagespuren und Löcher, seltener dadurch, dass man sie sieht. Sie sind nach Angaben des Umweltbundesamts meist im Dunkeln aktiv und laufen gern an Wänden entlang. Wer mehrere der folgenden Zeichen an einem Ort findet, sollte von einem Befall ausgehen.

Anzeichen So sieht es aus Was es bedeutet
Kot Schwarz, an den Enden spitz, etwa 12 bis 20 mm lang und 3 bis 7 mm dick Am häufigsten in Kellern, Garagen und Schuppen
Laufspuren Speckige Streifen auf glatten Flächen, plattes Gras, glatte Erde im Beet Ratten nutzen immer dieselben Wege
Löcher Rund, etwa 5 bis 10 cm Durchmesser An Kompost, unter Terrassen und Schuppen, neben Fallrohr oder Kanaldeckel auch Hinweis auf einen Leitungsschaden
Nagespuren 2 parallele Rillen mit etwa 4 mm Abstand An Verpackungen, Kabeln, Textilien und Möbeln
Geruch Stechend, ammoniakähnlich Ratten markieren ihre Wege mit Kot und Urin
Geräusche Lauf- und Kratzgeräusche am Abend, in Zwischenwänden oder auf dem Dachboden Nager sind in der Regel nachtaktiv

Die Angaben zu Kot, Laufspuren und Löchern stammen vom Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt, die übrigen vom Schweizer Bundesamt für Umwelt. Mäusekot ist nach dessen Angaben nur bis etwa 8 mm lang, die Nagerillen liegen 1 bis 2 mm auseinander. Klingt es auf dem Dachboden eher nach Poltern, hilft Geräusche im Dach: Marder, Ratte oder Maus?, bei Mäusen Mäuse in der Dämmung oder im Dach.

Wo kommen Ratten ins Haus?

Wanderratten dringen nach Angaben des Umweltbundesamts häufig über Kellerfenster und defekte Kanalisationsanschlüsse ein. Ihnen reichen Öffnungen von nur 2 cm Durchmesser, außerdem klettern sie gut, schwimmen und springen bis zu 1,5 m hoch. Weitere Wege sind beschädigte Fallrohre und Bodenabläufe, offene Fugen und Rohrdurchführungen, Spalten unter Türen und Toren sowie Bewuchs dicht an der Fassade.

Der Kanal ist für Wanderratten Lebensraum und Verkehrsweg. Ist ein Anschluss am Haus undicht, führt der Weg direkt in den Keller, und eine Bekämpfung im Haus hilft wenig, solange er offen bleibt. Gegen das Eindringen über Abwasserrohre gibt es nach Angaben des Umweltbundesamts Rückstauklappen. Ob die Leitung beschädigt ist, klärt ein Fachbetrieb für Grundstücksentwässerung.

Wer ist zuerst dran: Schädlingsbekämpfer oder Handwerker?

Bei akutem Befall zuerst ein Schädlingsbekämpfer. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt empfiehlt Eigentümern von Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern dringend einen geprüften Schädlingsbekämpfer, für Mehrfamilienhäuser und Vermieter hält es ihn für zwingend, wenn intern die Sachkunde fehlt. Ist der Befall beendet, beginnt der bauliche Teil.

In Hamburg ist dieser Teil Pflicht: Nach § 5 Abs. 3 der Verordnung über Rattenbekämpfung sind Rattenlöcher und Durchtrittsstellen danach fest zu verschließen, nach § 7 Abs. 3 bauliche Mängel unverzüglich zu beseitigen. Dazu gehört in der Regel:

  • Zugänge finden und verschließen: Löcher, Fugen, Rohrdurchführungen, Kellerfenster und Türspalten.
  • Verschmutzte Dämmung und Bauteile tauschen, was mit Kot und Urin verschmutzt oder zernagt ist.
  • Reinigen und desinfizieren durch einen Fachbetrieb, bevor Neues eingebaut wird. Fassen Sie Kot, Urin, Nistmaterial und verschmutzte Dämmung nicht selbst an.
  • Leitungen prüfen lassen: Wanderratten verursachen nach Angaben des Umweltbundesamts durch angenagte Kabel Kurzschlüsse. Das prüft eine Elektrofachkraft.

Dachsam kümmert sich um den baulichen Teil, abgestimmt mit dem Schädlingsbekämpfer, siehe Ratten und Mäuse im Haus. Eine Gegenüberstellung bietet Kammerjäger oder Dachdecker. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder das Gesundheitsamt.

Was können Sie selbst sofort tun?

Sie können den Ratten das Futter entziehen, die Spuren für den Fachmann erhalten und den Befall dokumentieren. Bekämpfungsmittel gehören in die Hände des Schädlingsbekämpfers. Die Schritte stammen aus den Hinweisen des Hamburger Instituts für Hygiene und Umwelt und des Kreises Segeberg:

  1. Futterquellen entfernen: kein Vogelfutter, keine Speisereste auf den Kompost, keine Näpfe draußen, Fallobst aufsammeln.
  2. Abfall sichern: Tonnen geschlossen halten, gelbe Säcke erst am Abfuhrtag hinausstellen.
  3. Löcher nicht zutreten: Der Schädlingsbekämpfer braucht sie für den Überblick.
  4. Fotografieren: Kot, Spuren und Löcher mit Größenvergleich, dazu Ort und Datum.
  5. Nachbarn ansprechen: Ratten kennen keine Grundstücksgrenzen.
  6. Als Mieter den Vermieter informieren.

Ob Sie den Befall einer Behörde melden müssen, steht für Hamburg und den Kreis Segeberg im Beitrag Rattenbefall melden.

Wie bleibt das Haus danach frei von Ratten?

Dauerhaft nur, wenn die Zugänge verschlossen sind und Ratten kein Futter finden. Das Umweltbundesamt betont, dass Wanderratten nur dort vorkommen, wo sie Nahrung und Nistmöglichkeiten finden. Baulich heißt das: Kellerfenster mit engmaschigen Gittern sichern, Spalten an Türen schließen, Fugen und Durchführungen abdichten und den Kanalanschluss in Ordnung bringen.

Wo die Schwachstellen an Ihrem Haus liegen, zeigt eine Begehung von Keller, Durchführungen, Lüftungen und Dach. Der erste Termin ist der Schadencheck mit schriftlichem Befund und Fotos jeder Stelle. Alle festgestellten Zugänge werden fachgerecht verschlossen, und zwar erst, wenn der Schädlingsbekämpfer den Befall beendet hat.

Häufige Fragen

Wie sieht Rattenkot aus?

Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt beschreibt Rattenkot als schwarz, an den Enden spitz zulaufend, etwa 12 bis 20 mm lang und 3 bis 7 mm dick. Am ehesten finden Sie ihn in Kellern, Garagen und Gartenschuppen. Mäusekot ist mit bis zu etwa 8 mm deutlich kleiner.

Durch wie kleine Öffnungen passt eine Ratte?

Nach Angaben des Umweltbundesamts können Wanderratten Spalten und Löcher mit einem Durchmesser von nur 2 cm durchqueren. Deshalb reichen schon kleine Lücken im Mauerwerk, an Türen oder an Rohranschlüssen. Ratten klettern außerdem gut und können schwimmen.

Können Ratten über die Toilette ins Haus kommen?

Das Umweltbundesamt beschreibt, dass Wanderratten zwischen Kanal und Gebäuden hin und her wechseln und häufig über defekte Kanalisationsanschlüsse eindringen. Gegen das Eindringen über Abwasserrohre gibt es spezielle Rückstauklappen. Speisereste sollten nicht über die Toilette entsorgt werden, weil sie Ratten im Kanal ernähren.

Was muss nach einem Rattenbefall am Haus gemacht werden?

In Hamburg sind nach § 5 Abs. 3 der Verordnung über Rattenbekämpfung Rattenlöcher und genagte Durchtrittsstellen nach der Bekämpfung fest zu verschließen, nach § 7 Abs. 3 sind bauliche Mängel unverzüglich zu beseitigen. Verschmutzte Dämmung und Bauteile werden ersetzt. Die Reinigung und Desinfektion gehört als Teil der Sanierung in die Hände eines Fachbetriebs.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder das Gesundheitsamt, bei rechtlichen Fragen an eine Anwältin oder einen Anwalt.

Quellen

  1. Wanderratte, Umweltbundesamt, Biozid-Portal, zuletzt aktualisiert am 06.03.2019, abgerufen am 07.10.2026
  2. Informationen zur Rattenbekämpfung, Freie und Hansestadt Hamburg, Institut für Hygiene und Umwelt, Stand 05/2021, abgerufen am 07.10.2026
  3. Rattenbekämpfung auf öffentlichem Grund, Freie und Hansestadt Hamburg, Institut für Hygiene und Umwelt, abgerufen am 07.10.2026
  4. Verordnung über Rattenbekämpfung vom 30. Juli 1963, Freie und Hansestadt Hamburg, Landesrecht Hamburg, abgerufen am 07.10.2026
  5. Rattenbefall melden, Tipps zur Vermeidung von Rattenbefall, Kreis Segeberg, abgerufen am 07.10.2026
  6. Ratten und Mäuse, Bundesamt für Umwelt BAFU, Schweiz, veröffentlicht am 08.09.2025, abgerufen am 07.10.2026

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von Niklas Hölscher.

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